Buchhandlung für deutsch- und englischsprachige Literatur in Wiesbaden
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Adventskalender

Jeden Tag ein neues Türchen mit einer Buchempfehlung bis zum Fest!

24. Dezember

Wir wünschen allen Lesern und Nichtlesern frohe Weihnachten und besinnliche Feiertage!

Mögen Sie so bereichernd ambivalent und nahe am Leben sein, wie die Romane von Amélie Nothomb. Falls doch etwas nicht ganz rund läuft, nehmen Sie die Empfehlung des Diogenes Verlages ernst:

If shit happens, read a book.

23. Dezember

In the nick of time we received the latest Analog Sea Review – Number Four. Analog Sea is an offline publisher who values the relationship between authors, publishers, booksellers and readers. So enjoy the time reading this wonderful story- / essay- collection to read through different points of views but also to see different about life.

Just to name the first phrase from the Editor Jonathan Simons:

“The question is no longer wether our future is digital but to what degree we want it to remain human.”

The books are only available offline.

22. Dezember

Übermorgen ist es wieder so weit. Alle warten hoffnungsfroh und blicken gespannt in andere Gesichter. Doch erst beim Auspacken der Geschenke offenbart sich in Gestik und Mimik:

Sind Sie mehr der Stan Laurel oder der Oliver Hardy Typ?

21. Dezember

Wenn der Geschenkestapel zusammenfällt, liegt hoffentlich ein Exemplar “Wie alles zusammenbrechen kann - Handbuch der Kollapsologie” dabei. Die Autoren Pablo Servigne und Raphaël Stevens betreiben hiermit kein apokalyptisches Prophetentum, sondern ziehen ganz klassisch die Geschichte von hinten auf. 

Wie hat sich die Welt in den letzten rund 100 Jahren entwickelt, welche Sprünge hat es gegeben und wo zeigen sich jetzt schon Abschwünge z.B. in der jährlichen Lebensmittel- oder Erdölproduktion? 

Aus einem großen Fundus an Quellen und Forschungsrichtungen bereiten sie eine stabile Grundlage für kommende Diskussionen nach den Fragen, wie wir leben können und wollen.

20. Dezember

Warnung!

Dieses Buch ist zu schön zum Verschenken, man muss es einfach behalten.


19. Dezember

Republik Moldau, Moldova, Moldawien – die Namen für diesen kleinen europäischen Staat sind uns allen mehr oder weniger bekannt. Doch selten macht sich jemand auf den Weg dieses Land immer wieder aufs Neue zu erkunden und andere daran Gewinn bringend teilhaben zu lassen.

Andrea Diefenbachs Fotoband "Realitatea" führt unseren Blick auf dieses Land, dass nicht erst seit Anfang des Jahres auf die Wahrnehmungskarte Europas gehört. Die Eindrücke pendeln zwischen Stolz in Armut und fast surrealen, eineinander fließenden Innendekorationen, wirken dabei jedoch nie ver- oder entstellend.

Dem gelungenen Bildband sind darüber hinaus Faksimiles moldauischer Zeitungen und Texte beigelegt, die auch ohne Textverständnis das Ganze abrunden.

In diesem Fotobuch finden sich besondere Zustände, ein konstanter, unaufgeregter Blick und auf Wunsch lassen wir Ihnen das Buch gerne signieren.


18. Dezember

An Tagen wie diesen gibt es nur eine Option. Nicht Salz zu streuen, sondern zu lesen. 

Zum Beispiel John Verchers packenden "Wintersturm" (Original: Three-Fifths). Pittsburgh, 1995, Rassismus, Brutalität und die Bürde der Freundschaft. Einfach fesselnd und intelligent.

17. Dezember

Wer in Guy de Maupassants "Pläsier" auf der Suche nach der titelgebenden Geschichte ist, sollte nicht verzweifeln. Der Leser wird sie nicht finden. Sind es doch vier lose veröffentlichte Erzählungen, die die Grundlage für den Film Pläsier von Max Ophüls spielen.

Nicht nur vom Titel her bereiten die ausgewählten Erzählungen viel Spaß, Vergnügen, Ablenkung wie Lust, sondern wissen hineinzuziehen in den satirischen Blick eines Schriftstellers, dessen Schreiben auch über hundert Jahre später zeitlos wirkt.

"Die Maske" erinnert mit seinem zwischen Alter und Jugend verkleideten Hauptcharakter entfernt an Stevensons "Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde".

"Das Haus Tellier“ bringt Prüderie, Kleinbürgertum und das christliche Ausscheren aus dem Alltag so wunderschön in ein Riesenrad der Ereignisse, das am Ende des Höhenflugs wieder am Anfang ankommt und alle Scheinheiligkeiten und Klassenschranken im Umgang mit der Prostitution offenlegt.

Zu "Das Modell" lassen allein die Zeilen "Ja, bring dich um, wenn's dir Spaß macht" an böse endende Familienfeiern erinnern, wenngleich es hier zum vermeintlichen Glück zur Hochzeit gereicht.

Wem das Grinsen bis hierhin noch nicht gänzlich den Sehnerv verdeckt, findet mit "Die Frau von Pau" einen krönenden Abschluss mit einer lesbischen Liebesgeschichte, die selbst dem Produzenten des Films zu viel war und hieraus gestrichen wurde, aber eben nicht aus dem schriftstellerischen Werk Jahrzehnte zuvor.

16. Dezember

Berlin baut und baut und baut. Manchmal wird etwas fertig, manchmal dauert es etwas länger und manchmal geht etwas mit viel Wasser darin kaputt. Letzteres ist in diesem Buch nicht vertreten, dafür 76 andere beachtenswerte Bauwerke, die aber auch nicht mehr alle stehen. Berlin baut Jahr für Jahr weiter und Leander Zerwer gelingt es durch seinen schlichten und dennoch das Wesentliche treffenden Comicstil auch Nicht-Architekten zu begeistern und durch Berlins Baugeschichte zu führen.

15. Dezember

Zubereitungsdauer 23 ½ min:

Man nehme
800 g Rehgoulasch aus der Schulter oder Keule geschnitten
60 g durchwachsener Speck in Streifen geschnitten
½ l italienischer Barolo
Etwas Balsamico
2 mittelgroße Zwiebeln in Würfeln
1 El Tomatenmark
Wildgewürze aus:
Gestoßenen Pfefferkörnern, Wacholderbeeren, 1 - 2 Lorbeerblättern, 1 Sternanis, etwas frischen Majoran und Thymian
(Alles der Einfachheit halber in einen Laschenfilter - Teebeutel geben)
1 gehäufter El Johannisbeergelèe
150 g halbierte Trauben ohne Kerne
50 g Walnusskerne
Etwas Butterschmalz

Etwas von der Zutat, von der man noch nie gehört hat.
Unbedingt diese eine Blume nicht vergessen,
und dieses japanische Frühsommerobst, dessen Namen niemand aussprechen kann, geschweige denn jemand weiß, wo man es herbekommt.

Oder man pfeift auf Rezepte und folgt dem Kochbuch von David Chang & Priya Krishna. Im ersten Moment erwartet man das nächste überbordende, gehypte Kochbuch und ist dann doch Dank einer Prise Humor, klarer Linie und einem schönen Schreibstil mitten drin im Kochen ohne Rezept - und lecker wird's trotzdem.

14. Dezember

Passend zum heutigen Schneefall lässt Ben Moore Sternenstaub in 42 nie verliehenen Nobelpreisen auf uns herab. 
Der alte Kyrener (antikes Griechenland, heute Libyen) Erathosthenes zum Beispiel hätte den Nobelpreis für seine Entdeckung und Theorie, die Erde sei eine Kugel und keine Scheibe sicherlich verdient, war aber mit seiner Lebzeit von 276 – 194 v. Chr. Alfred Nobel im Leben weit voraus. 
Lise Meitner könnte hingegen als Vize-Meitner in die Geschichte eingehen, war sie doch für ihre Entdeckung der Kernspaltung wegweisend für das 20. Jahrhundert bis heute – doch trotz dreizehn Nominierungen wurde sie nie mit einem Nobelpreis als Gewinnerin gekürt und sollte dennoch immer mindestens in einem Atemzug mit ihrem jahrelangen Kollegen und späteren Nobelpreisträger (1944) Otto Hahn genannt werden. 
Wissenschaft und Religion werden gelegentlich als unvereinbar präsentiert, doch wussten Sie, dass der Begründer der Urknalltheorie Georges Lemaître gleichzeitig katholischer Priester und Astrophysiker war? Ein ironischer Schelm, der hier die Fäden gesponnen hat.

Diese und weitere Personen und ihre Entdeckungen stellt Ben Moore so leichterhand vor, dass jeder ohne nobelpreisliche Vorkenntnisse ein echtes Lesevergnügen findet und am Ende ein bisschen mehr versteht oder eben weiß, was wir (noch) nicht wissen.

13. Dezember

Alfred, damit ist hier nicht Batmans Butler, aber dennoch ein treuer Gefährte durch alle Zeiten gemeint. Seit dem 7. Juli 1932 begleitet er unterschiedliche Kinder und wechselt alle Jahre wieder den zu Beschützenden. 
Selbst im hektischsten Aufbruch wird er nicht vergessen und passt füreinander auf, gerät später selbst in ein tiefes Loch aus dem er heldenhaft gerettet wird. Als dann überwindet er selbst gegen alle Widrigkeiten einen eisigen See zur Rettung in der Not. 
Jedes Ereignis verändert ihn ein ganz klein wenig, doch stets bleibt der Elefant er selbst und überlebt bis heute.

Wie man sieht hat Alfred nun im Nero39 ein neues Zuhause gefunden und wir sind gespannt auf seine weiteren Abenteuer.

12. Dezember

Anticipated as one of the best cookbooks in 2022 "Africana" presents a wide range of not only cooking but also countries within this underestimated and beautiful continent.

It doesn't matter if its Spice Island Coconut Fish Curry or Tunisian Tagine, every dish is a wonderful pleasure for mind and palate.

11. Dezember

Finally, the Revenge of the Librarians is there. You will get a touch of Buchendschmerz, Leichtlesbucheifersucht, Stapelschuldgefühl and Buchverlusterleichterung.

Also have a look at our upcoming Summer Reading for Conspiracy Theorists: Slaughterhouse 5G, Of Mice and Little Green Men, Normal Sheeple, Across the World in Eighty Days (it's flat), The Old Man and the CIA.

10. Dezember

In Albanien wird jeder verrückt auf seine Art. Der albanische Diktator Enver Hoxha suchte zunächst die Nähe zu Titos Jugoslawien, sah ihn irgendwann aber nicht mehr als wahren Kommunisten an und verbündete sich stattdessen lieber mit Stalins Russland. Doch auch hier währte die Freundschaft nicht ewig und Hoxha sah in Mao Zedong einen echten kommunistischen Verbündeten. Nach dessen Tod hatte der Staatschef endgültig genug von anderen Nationen, brach nahezu alle diplomatischen Beziehungen ab, erklärt Albanien zum ersten atheistischen Staat der Welt und isolierte das kleine Land am Balkan vom Rest der Welt. Kaum jemand kam hinein, kaum jemand hinaus. Einreisende Studenten musste sich noch am Flughafen die kommunistische Einheitsfrisur verpassen lassen, an diesem Haarschnitt ging nichts vorbei.


Man muss sich das als Leser bewusst machen, bevor man in diesen Roman von Stefan Çapaliku einsteigt. Ansonsten läuft man Gefahr die Beschreibungen, das Dorf, die Menschen für übertrieben dargestellte Charaktere zu halten. Doch mitnichten! Eine mal eben gesprengte Kirche steht in Opposition zum einzig wahren Artefakt des Atheismus - einem Fernsehgerät. Endlich das jugoslawische und italienische Fernsehen empfangen, von dem man so viel gehört hatte. Nicht einmal der lokale Parteispitzel lässt sich davon abbringen vorbeizuschauen und einen Ehrenplatz vor dem Fernseher zu erwarten.


Hier trifft Buchtitel auf Inhalt. Jeder wird verrückt auf seine Art (und nicht Jeder wird auf seine Art verrückt).

Erlesen Sie dieses wunderbare, spannende und unterschätzte Land!

9. Dezember

Schatten und Schnee liegen im Lexikon nahe beieinander und werden doch eher selten zusammen gedacht. Der Schatten steht bei uns allgemein für das Dunkle, Gefährliche, der Schnee für das Helle, beinahe Kindliche.

Doch diese Gedanken liegen bei Joachim Kalka nur am Anfang einer langen bereichernden Lesereise. Er führt Schatten und Schnee Seite um Seite durch Literatur, Film und Gedankenwelten, weiß stets neues einzustreuen, begeistert mehr, als dass er mit Wissen erdrücken würde. 

Chassimos Schlemihl verkauft seinen Schatten und will ihn doch zurück. Chestertons Father Brown weiß nicht nur einmal dem Schnee kriminalistische Geheimnisse zu entlocken und generell fragt man sich als Leser, wieso der Schnee in so vielen Kriminalromanen Stimmung und Bedrohlichkeit trägt und die Gefahr stets im Schatten lauert. Oder wie es Goethe ausdrückt: “Der Schnee ist eine erlogene Reinlichkeit.”

Ein anregungsreiches Vademecum für alle auf der Suche nach dem nächsten Buch, dem lang vergessen geglaubten Filmklassiker, der passenden Ablenkung oder für schattenhaft schneeige Weihnachten.

8. Dezember

Ein sechs Meter hohes und rund 1600kg schweres Wesen mit Essteller großen Füßen, die bis zu 60 km/h beschleunigen und uns problemlos niedertrampeln könnten, das ist kein Sci-Fi-Monster, sondern Giraffa camelopardalis. Eine Mischung aus Kamel und Leopard, wie die alten Römer befanden. Dieses gelbbraune, langhalsige und blauzüngige, stets freundlich wirkende, dauerbehutsam kauende und mit dem Kontinent Afrika verknüpfte Tier, hält mehr als nur sieben Halswirbel fein gescheckte Überraschungen in diesem schönen Buch von Alexander Kluy parat.

7. Dezember

Marin Montagut

La Maison du Pastel

Passementerie Verrier

Musée de Minéralogie

Bouclerie Poursin

Musée de Montmartre

Librairie Jousseaume

Deyrolle

Ultramod

À la Providence

Féau & Cie

Soubrier

Idem Paris

Sennelier

Académie de la Grande Chaumière

Herboristerie de la Place Clichy

Produits D’Antan

Graineterie du Marché

Yveline Antiques


Der Klang der Geschäfte allein versetzt uns nach Paris und lässt uns sehnsüchtig durch Seiten- und Querstraßen bummeln. Die Fotos der Auslagen und der stimmigen Interieurs treffen auf kurze persönliche Inhaberbeschreibungen und fordern gerade dazu auf sich ins Zentrum Frankreichs aufzumachen oder wenn nicht gleich dort, dann hier vor Ort das Schöne zu suchen und für den aufmerksamen Menschen sicherlich auch zu finden.

6. Dezember

“Es war einmal”

Mit diesen drei Worten allein entstehen erzählende Bilder im Kopf und wir begeben uns hinein in märchenhafte Welten. Doch kennen Sie auch Franz Fühmanns Geschichte vom kleinen Und? 

Also, es war einmal ein langer, langer Satz, darin kamen schrecklich viele unds vor, und weil der Satz so lang war, konnten die Wörter gar nicht richtig aufeinander aufpassen, und so lief ein und aus dem Satz heraus und legte sich in die Sonne. Doch nun war es mutterseelenallein und begegnete einem H, doch das H und das und, nein, das wäre keine gute Idee, da müsste das und ja ständig bellen. Warum das kleine und Herrn Kurz nicht in den Möbelladen folgen möchte, wenn Herr Klein auch noch mitkommt, das erschließt sich nicht auf den ersten Blick, allerdings auf den zweiten um so mehr.
Das Ende der Geschichte mit dem großen Wer wird hier nicht verraten, aber dieses wohlig weihnachtliche Gefühl, wonach alle suchen, wird sich auch dank der schönen buntstiftartigen Bilder von Jacky Gleich einstellen.

5. Dezember

If you are a kid: 

Be aware on Saint Nicholas Day. If you have been really naughty last year, you maybe will be rewarded with one of The Most Unpublishable Books of All Time. So praise your parents, show your sweetest smile and be polite!

If you are an adult: 

Have you ever had a great idea for a book but then thought, "Nobody would ever read that"? Well, you’re probably right. Think twice before you publish a book.

4. Dezember

Eines Abends steigen wir klammheimlich beim Taxifahrer Matsui ein und begleiten ihn als unsichtbarer Beifahrer in “Gute Nacht, Tokio” von Atsuhiro Yoshida durch eben jene, Tokios Nacht. Dabei begegnen wir keinen feierwütigen Nachtschwärmern oder alkoholisierten Draufgängern, sondern: einer Filmrequisiteurin immer auf der Suche nach dem unmöglichsten Ding, das ihr Chef für einen Dreh zu brauchen gedenkt. Einer Telefonseelsorgerin, die auch nicht ganz frei von Sorge auf ihrer ganz eigenen Suche ist. Einem Privatdetektiv, der letztlich bei seinem persönlichsten Fall durch Tokios Kinos reist. Wir begegnen außerdem einer angehenden Schauspielerin hoch oben in den Bäumen, einem Barkeeper (was wäre eine Nacht ohne einen solchen?), dem von vier Frauen geführten “Drehkreuz” und letztlich vor allem der Frage danach, was das Leben besonders, eigenartig, schrullig und dennoch lebens- wie lesenswert macht.Dabei wirkt das Taxi zunächst einmal als einzige Verbindung der Nachteulen, doch die banalsten Zufälle verbinden die unterschiedlichsten Leben und zeigen, wie hilfreich es ist einander zuzuhören. 

3. Dezember

Last order!

Damit an Weihnachten niemand die gute, familiäre Stube in Richtung Kneipe verlässt, hilft dieses Buch mit einer Reise durch Englands Pub-Kultur.

Cheers!

 

2. Dezember

Brrr! Draußen ist es kalt und ungemütlich! Da möchte doch normalerweise niemand vor die Tür gehen, sondern sich lieber im Bett verkriechen und am Besten nicht einmal eine Zehe hervorluken lassen. Aber seien Sie gewarnt! Das sind Grundvoraussetzungen um ein Miesepups zu sein.

Plötzlich steht und ruft auch noch jemand an der Tür. Darüber könnte der Miesepups sich gleich wieder aufregen. Der Kuks steht vor dem Haus und erinnert den Miesepups daran, dass Freunde doch immer Zeit miteinander verbringen wollen. 
Ja, ja, schön und gut, aber doch nicht jeden Tag! - Aber heute ist doch Weihnachten! 

So muss der Miesepups trotz aller Widerspenstigkeit alle Waldbewohner in seine Behausung hineinlassen. Alleine um zu erfahren was dieses Weihnachten eigentlich sein soll. 
Es gibt also Geschenke. Pfft, Geschenke, dabei wünscht sich der Miesepups doch nur eins: Seine Ruhe! Daher wird zur Beruhigung erst einmal ein Wursttee – ja Wursttee! - aufgesetzt und er hört sich an, wieso dieses Weihnachten erst stattfindet, wenn man 24 Türen geöffnet hat - da wird es doch erst recht kalt. Und wieso kann ein Besen zu dieser Jahreszeit hilfreich sein? Herrje, gesungen wird auch noch!

Irgendwie muss der Miesepups dann doch Weihnachten feiern.

Ein grandioses Buch gegen Weihnachtsmuffel und schlechte Laune.

1.  Dezember

Frank Kunert stellt mit seinen kreativen Miniaturen jede weihnachtliche Kelleraufbau-Märklin-Eisenbahn in den Schatten. Teil für Teil fügt er eine Szenerie zusammen, fotografiert sie und lässt sie auf den Betrachter wirken. Dabei schaffen es seine Arrangements den Beobachter stets aufs Neue in die Irre zu führen, so dass ein hübsches Hochglanzfoto nur mit einem kurzen, verschmähten Blick gewürdigt wird.

Doch wie in Nietzsches viel zitiertem Satz “Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.” meldet sich ein Zucken im Gehirn – Hey, da stimmt doch etwas im Bilde nicht! Die gewohnten Widersinnigkeiten der Welt offenbaren sich dem ironischen Auge und werfen Fragen auf, ob zum Beispiel Kunerts “Ein Tisch für zwei” (2018) dem Kreml Pate gestanden habe?

Der Guardian urteilte, er bewege sich stets zwischen dem Komischen und dem Unheilvollen. Für alle Stadtbewohner, die sich ein besinnliches und weißes Weihnachten wünschen, sei exemplarisch der “Hideaway” von 2020 und die Nutzung von Puderzucker empfohlen. 

Ironische Kunst, die nie zur Satire wird.